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Titoru und die Caremma
Der theatralische Übergang vom Karneval zu Ostern in Gallipoli
Von Titorus Tod bis „Caremma“: Das Antlitz der Fastenzeit
Die Caremma ist die rätselhafteste Figur der Salento-Folklore, eine Art „lebendiger Kalender“, der die Zeitspanne zwischen dem ausgelassenen Karneval und der Osterfreude markiert. In Gallipoli nimmt diese Tradition beinahe theatralische Züge an.
Wer ist Caremma?
Der Name leitet sich vom französischen Wort „Carême“ (Fastenzeit) ab. Ästhetisch gesehen ist es eine Puppe, die einer hässlichen, dünnen und faltigen alten Frau ähnelt, die als Zeichen der Trauer streng schwarz gekleidet ist. Sie symbolisiert Buße, Enthaltsamkeit und das Ende fleischlicher Genüsse.
Die Geschichte und Legende von Gallipoli
In Gallipoli ist Caremma keine isolierte Figur, sondern Teil einer echten Familiensaga:
Titorus Frau: Nach lokaler Überlieferung ist Caremma die Mutter (oder manchmal die Ehefrau) von Titoru (Teodoro), der typischen Maske des Gallopoli-Karnevals.
Trauer: Nachdem Titoru am Faschingsdienstag an den Folgen des übermäßigen Verzehrs von Fleischbällchen stirbt, bleibt Caremma allein zurück. Am Aschermittwoch erscheint sie plötzlich auf den Balkonen und Terrassen der Altstadt und läutet damit die 40-tägige Bußzeit ein.
Die Symbole, die er mitbringt
Wenn man sich eine in einer Gasse in Gallipoli hängende Caremma ansieht, erkennt man drei grundlegende, bedeutungsvolle Objekte:
Spindel und Spinnrocken: Sie symbolisieren fleißige Arbeit und das langsame Vergehen der Zeit während des Wartens.
Die Bitterorange (oder eine Kartoffel): Sie liegt zu seinen Füßen und symbolisiert Leid und Opferbereitschaft.
Die sieben Hühnerfedern: Sie stecken in der Orange und sind das faszinierendste Element. Sie symbolisieren die sieben Wochen der Fastenzeit. In der Antike trugen Kinder oder Hausfrauen jeden Sonntag eine Feder in einer Prozession vor sich her und zählten so die verbleibende Zeit bis zum Ende des Fastens.
Das letzte Ritual: Die Explosion
Das Leben von Caremma endet am Ostersonntagmittag auf dramatische und befreiende Weise.
Während die Glocken der Kathedrale St. Agatha zum Feiern läuten, wird die Strohpuppe mit Feuerwerkskörpern (oft an einem Draht auf der anderen Straßenseite befestigt) gesprengt. Die „Explosion der Caremma“ symbolisiert den Sieg des Lebens über den Tod und das endgültige Ende aller Speise- und Glaubensbeschränkungen.
Kuriosität: „So hässlich wie eine Caremma“
Im lokalen Dialekt ist der Ausdruck im allgemeinen Sprachgebrauch erhalten geblieben und bezeichnet eine ungepflegte oder übermäßig dünne Frau in dunkler Kleidung – ein Beweis dafür, wie tief diese Figur in der kollektiven Vorstellungskraft verwurzelt ist.
Die Caremma ist die rätselhafteste Figur der Salento-Folklore, eine Art „lebendiger Kalender“, der die Zeitspanne zwischen dem ausgelassenen Karneval und der Osterfreude markiert. In Gallipoli nimmt diese Tradition beinahe theatralische Züge an.
Wer ist Caremma?
Der Name leitet sich vom französischen Wort „Carême“ (Fastenzeit) ab. Ästhetisch gesehen ist es eine Puppe, die einer hässlichen, dünnen und faltigen alten Frau ähnelt, die als Zeichen der Trauer streng schwarz gekleidet ist. Sie symbolisiert Buße, Enthaltsamkeit und das Ende fleischlicher Genüsse.
Die Geschichte und Legende von Gallipoli
In Gallipoli ist Caremma keine isolierte Figur, sondern Teil einer echten Familiensaga:
Titorus Frau: Nach lokaler Überlieferung ist Caremma die Mutter (oder manchmal die Ehefrau) von Titoru (Teodoro), der typischen Maske des Gallopoli-Karnevals.
Trauer: Nachdem Titoru am Faschingsdienstag an den Folgen des übermäßigen Verzehrs von Fleischbällchen stirbt, bleibt Caremma allein zurück. Am Aschermittwoch erscheint sie plötzlich auf den Balkonen und Terrassen der Altstadt und läutet damit die 40-tägige Bußzeit ein.
Die Symbole, die er mitbringt
Wenn man sich eine in einer Gasse in Gallipoli hängende Caremma ansieht, erkennt man drei grundlegende, bedeutungsvolle Objekte:
Spindel und Spinnrocken: Sie symbolisieren fleißige Arbeit und das langsame Vergehen der Zeit während des Wartens.
Die Bitterorange (oder eine Kartoffel): Sie liegt zu seinen Füßen und symbolisiert Leid und Opferbereitschaft.
Die sieben Hühnerfedern: Sie stecken in der Orange und sind das faszinierendste Element. Sie symbolisieren die sieben Wochen der Fastenzeit. In der Antike trugen Kinder oder Hausfrauen jeden Sonntag eine Feder in einer Prozession vor sich her und zählten so die verbleibende Zeit bis zum Ende des Fastens.
Das letzte Ritual: Die Explosion
Das Leben von Caremma endet am Ostersonntagmittag auf dramatische und befreiende Weise.
Während die Glocken der Kathedrale St. Agatha zum Feiern läuten, wird die Strohpuppe mit Feuerwerkskörpern (oft an einem Draht auf der anderen Straßenseite befestigt) gesprengt. Die „Explosion der Caremma“ symbolisiert den Sieg des Lebens über den Tod und das endgültige Ende aller Speise- und Glaubensbeschränkungen.
Kuriosität: „So hässlich wie eine Caremma“
Im lokalen Dialekt ist der Ausdruck im allgemeinen Sprachgebrauch erhalten geblieben und bezeichnet eine ungepflegte oder übermäßig dünne Frau in dunkler Kleidung – ein Beweis dafür, wie tief diese Figur in der kollektiven Vorstellungskraft verwurzelt ist.
